Einladung zum Monatstreffen Montag,  20.08.2018, 18 bis 21 Uhr

Monatstreffen

Im „Cafe International“, Kriemhildenstraße 6

Aus aktuellem Anlass („Schutzzonen“ – Kampagne der NPD in Worms, s.u.) beginnt das Treffen bereits um 18 Uhr und soll wie gewohnt gegen 21 Uhr enden.
Als Tagesordnung schlage ich vor:

  1. Versuche von Neonazis und sonstigen Rechtspopulisten, gegen Flüchtlinge und deren Unterstützer zu hetzen und auch mit Gewalt vorzugehen
  2. Mögliche Aktivitäten gegen Rassismus in Worms (zu diesen TOP’s  sind auch Gäste vom „Runden Tisch gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus“ und Vertreter einer Jugendinitiative eingeladen).
  3. Unterschriftensammlung „Seebrücke – schafft sichere Häfen“
  4. Weitere Berichte über vergangene und laufende Aktivitäten in-und außerhalb des Cafe International (einschließlich „Einzelfall-Hilfe“)
  5. Zukünftige Veranstaltungen: Erster September – europaweite Aktionen zur Seennotrettung, u.a. in Frankfurt, Fest der Kulturen am 18. September in Worms, Lesung und Konzert mit Aeham Ahmad am 21. Oktober in Worms, Fortbildung „Was tun, wenn der Ablehnungsbescheid kommt“ mit RA Jonathan Leuschner am 6. Dezember
  6. Verschiedenes

An unserer Arbeit interessierte Gäste sind wie immer herzlich willkommen.

Unterschriftensammlung; An den Stadtrat in Worms und  Oberbürgermeister Kissel

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir bitten Sie, aus Seenot gerettete Geflüchtete aufzunehmen und alle nötigen Vorkehrungen für die Aufnahme, Unterbringung und den Aufenthalt sichernde Maßnahmen zu treffen.

Begründung:
Die derzeitige europäische Flüchtlingspolitik setzt immer mehr auf Abschottung und Abwehr von Geflüchteten. Diese menschenverachtende Politik geht so weit, dass zivilen Rettungsschiffen verboten wird, in europäischen Häfen zu ankern. Menschen, die andere Menschen vor dem Ertrinken retten, werden kriminalisiert. Das Rettungsschiff „Lifeline“ ist ein Beispiel dafür.
Wer Menschen vor dem Ertrinken rettet, ist kein Krimineller, sondern handelt im Sinne der Menschenrechte und der europäischen Grundwerte.
Mehr als ein Dutzend europäischer Kommunen wollen dem Sterben im Mittelmeer nicht tatenlos zusehen und erklärten sich zu solidarischen Städten. Sie wollen Geflüchtete freiwillig aufnehmen, die auf ihrer Flucht über das Mittelmeer in Seenot gerieten und gerettet wurden. In Deutschland haben sich bisher Berlin, die Bundesländer Brandenburg und Schleswig Holstein, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz dazu bereit erklärt.

Seehofer soll Weg frei machen für Notfall-Aufnahme der Flüchtlinge von der ‚Lifeline‘ Auch Rheinland-Pfalz ist bereit, Flüchtlinge vom Rettungsschiff ‚Lifeline‘ aufzunehmen“, erklärt die rheinlandpfälzische Staatssekretärin Christine Rohleder auf der homepage des Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz.
Wir bitten Sie: erklären Sie auch Worms zu einem sicheren Hafen!

Bitte hier den Vordruck herunterladen.

Ausgefüllte Unterschriftenlisten bitte bis 3. September im Cafe International, Kriemhildenstraße 6 abgeben! (Öffnungszeiten: Montags und Donnerstags 16-19 Uhr, Mittwochs 17-19 Uhr)

Mahnwache 4. Aug. 2018, 11 bis 14 Uhr Worms Winzerbrunnen; Stoppt das Sterben im Mittelmeer !

Das Mittelmeer ist ein Massengrab. Allein in den letzten dreieinhalb Jahren – seit 1. Januar 2014 – haben dort nach UN-Angaben 16.346 Menschen ihr Leben verloren, seit Januar 2018 ertranken 1408 Menschen (Stand 18. Juni 2018). Sie starben bei dem Versuch, über das Meer nach Europa zu gelangen.

Während das alltägliche Sterben von Männern, Frauen und Kindern vor unserer Haustür Entsetzen und Fassungslosigkeit auslöst, überbieten sich deutsche und europäische Politiker mit Vorschlägen, wie man die Tore Europas vor ungebetenen Schutzsuchenden endgültig verschließen könnte. Rettungsbooten von zivilen

Organisationen wie Juventa, Sea-watch, Aquarius wird das Anlegen in italienischen und maltesischen Häfen verboten, die Schiffe werden am Auslaufen gehindert, Besatzungen der Rettungsschiffe werden kriminalisiert, dem Kapitän der Lifeline wird der Prozess gemacht. Durch die Einstellung der zivilen Seenotrettung könnte dieser Juli zum bisher tödlichsten Monat für Flüchtlinge im Mittelmeer werden.

Deutschlandweit, aber auch in Italien, Spanien, demonstrieren zig-tausende Menschen seit Wochen gegen diesen Ausverkauf von Menschenrechten und europäischen Grundwerten.

Wir fordern:

sichere Fluchtwege

  • eine Unterstützung und Ausweitung von staatlicher und privater Seenotrettung
  • die Freisetzung der Seenotrettungsschiffe
  • die Entkriminalisierung der Helfer, die auf dem Mittelmeer Menschen retten.
  • Schutz von Flüchtlingen in einem solidarischen Europa

Wer sich an den Aktivitäten vom Helferkreis Asyl Worms e.V. beteiligen und auch in Worms lebende Flüchtlinge unterstützen möchte, kommt ins Cafe International, Kriemhildenstraße 6:

Jeden Montag und Donnerstag: 16 Uhr bis 19 Uhr

Das Cafe International wird vom Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz RLP gefördert.

Veranstaltung Asyl ist Menschenrecht Mi. 8. Aug. 2018 um 19 Uhr in Worms

Keine Grenzen für Menschenrechte

Am Mittwoch, 8. August 2018, 19 Uhr
Gemeindesaal der Lutherkirche
Friedrich-Ebert-Straße 45, Worms

Asyl ist Menschenrecht

Roland Grasshoff, Jurist und Geschäftsführer vom Initiativ-Ausschuss für Migrationspolitik in RLP

wird in seinem Vortrag die wichtigsten Asylrechtsverschärfungen seit 2016 zusammenfassen.
Ebenso wird er auf die Veränderungen eingehen, die durch den Koalitionsvertrag und die Vereinbarung der Bundesregierung am 5. Juli 2018 zu erwarten sind.

Nach dem Referat wollen wir seine Informationen und Einschätzungen diskutieren und beraten, mit welchen Aktivitäten wir auch in Worms für das Menschenrecht auf Asyl eintreten können.

Veranstalter: Helferkreis Asyl Worms e.V.,
gefördert vom Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz RLP

Familiennachzug bei subsidiärem Schutz: Ausführliche Darstellung

Familiennachzug-Berlin-hilft

Berlin-hilft-Netzwerk

Ein ausführliche Information zum Familiennachzug vom Netzwerk Berlin hilft.

Stand der Informationen: 13.07.2018

Einleitung und Vorbemerkung

Wir haben im folgenden Text einerseits die gesetzlichen Neuregelungen und andererseits das Verfahren zur Visum-Beantragung dargestellt. Das Gesetz ist bekanntermaßen gerade erst verabschiedet worden. Es stehen demnach noch nicht alle Abläufe im Detail fest. Dazu ist mit dem Bundesverwaltungsamt eine neue Behörde mit einbezogen, die bisher nicht in irgendein Verfahren eingebunden war. 

Wir haben uns bemüht, die Informationen so zusammenzutragen wie sie uns aktuell bekannt sind. Es mag noch Aktualisierungen und Änderungen geben, die wir dann als Update darstellen werden. 

Was jedoch erst einmal sicher ist, sind die gesetzlichen Grundlagen, die nun beschlossen wurden. Hinsichtlich Anwendung und Auslegung kann und wird es noch Präzisierungen geben. Auch Unterschiede von Bundesland zu Bundesland sind wie immer erwartbar. Dennoch gilt zunächst alles Grundsätzliche, das wir hier bisher dargestellt haben, auch bundesweit. Auf die Berliner Besonderheiten (wenn es sie dann gibt) gehen wir auch noch gesondert ein. 

Inhaltsverzeichnis

Öffentliches Monatstreffen 16. Juli 2018 um 19 Uhr Kriemhildenstraße 6

Monatstreffen

Zum nächsten Monatstreffen vom Helferkreis Asyl Worms e.V. am Montag, 16. Juli im Cafe International, Kriemhildenstraße 6, lade ich Sie/ euch herzlich ein.

Um 18 Uhr treffen sich bereits diejenigen, die Flüchtlinge zum Thema „Familien-Zusammenführung“ beraten (wollen). Durch die neue Gesetzeslage, durch viele Nachfragen von  Flüchtlingen und zur Vermeidung gravierender Fehler besteht großer Informationsbedarf.  Anna will einen Input vorbereiten, Geflüchtete mit guten Deutschkenntnissen (z.Bsp. unser Cafe Team) werden als potentielle Übersetzer durch ihre Landsleute besonders gefordert sein. (Ladet diese bitte auch per persönlicher Ansprache ein!) Im Anhang finden Sie /findet ihr eine gute Übersicht der IOM für subsidiär Geschützte.

Um 19 Uhr beginnen wir dann mit der regulären Sitzung. Als Tagesordnungspunkte schlage ich vor:

  • Berichte über vergangene Aktivitäten unseres Vereins (in – und außerhalb des Cafe International)
  • Drohende Abschiebungen von Flüchtlingen aus Worms – was tun?
  • Unterbringung von Flüchtlingen in Worms
  • Veranstaltung mit Roland Grasshoff (Jurist) zu „Asylrechtsverschärfung seit 2016“ am 8. August
  • Lesung und Konzert mit Aeham Ahmad (s. https://www.youtube.com/watch?v=IFSGqeAIIyc) am 21.10.
  • Verschiedenes

 

Gäste sind wie immer herzlich willkommen. Diese Einladung kann gern weiterverbreitet werden.

Mit freundlichem Gruß, Angelika Wahl (06241 499 0120)

https://www.facebook.com/asylworms/

Auch Flüchtlinge aus Rheinland-Pfalz wurden nach Afghanistan abgeschoben

Bayrischer Fluechtnlingsrat

Pressemitteilung Bayerischer Flüchtlingsrat vom 4.07.2018
im PDF-Format bitte hier klicken.

Air Bavaristan: Bayern kennt bei Abschiebung keine Grenzen

Bayerischer Flüchtlingsrat: Hunderte Afghanen flüchten aus Bayern. Die CSU produziert selbst Sekundärmigration

Bei der gestrigen Abschiebung nach Afghanistan hat Bayern allein 51 der insgesamt 69 Abgeschobenen auf den Flug gebracht. Zahlreiche weitere Afghanen wurden gestern polizeilich gesucht, wurden aber nicht angetroffen. Betroffen sind Schüler, Flüchtlinge mit festem Arbeitsplatz, sogar eine Person, die eine zweijährige schulische Ausbildung absolviert, aber nicht rechtzeitig einen Antrag auf Ausbildungsduldung gestellt hatte. Fest steht: es gibt keine Integrationsleistung, die in Bayern vor der Abschiebung schützt.

Das hat desaströse Auswirkungen. Aus allen Teilen Bayerns kommen Mitteilungen, dass Afghanen nicht mehr in der Schule erscheinen, sich verstecken und vor allem aber das Land verlassen. Der Bayerische Flüchtlingsrat geht davon aus, dass zehn Mal so viele, wie gestern abgeschoben wurden, sich auf den Weg nach Frankreich, Spanien oder Italien gemacht haben.

„Das CSU-geführte Bayern entfernt sich immer weiter von einer vernunftgeleiteten Flüchtlingspolitik. Mit größter Härte wird abgeschoben, was geht. Dass genau diese Praxis Sekundäre Fluchtbewegungen auslöst, die die CSU zu bekämpfen vorgibt, wird dabei in Kauf genommen“, kritisiert Stephan Dünnwald, Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats. „Wir erleben den Einbruch einer von Orban inspirierten Abwehrpolitik in Bayern. Setzt Bayern sich mit dieser Politik durch, zerstört dies das ohnehin fragile gemeinsame Europäische Asylsystem und gefährdet die Freizügigkeit im Schengenraum. Wir fordern alle sich für vernünftig haltenden Politiker*innen auf, diesem Treiben Einhalt zu gebieten und Abschiebungen nach Afghanistan zu stoppen.“

Hinweis: vom 13. bis 15.07. findet in München eine Afghanistan-Konferenz statt.

https://afghanistan.not-safe.de/index.php/konferenz/

am 15.07. werden wir hierzu auch eine Pressekonferenz veranstalten mit Expert*innen und von Abschiebung bedrohten Afghanen.

11.00 im Café Bellevue, Müllerstraße 6

Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an:

Stephan Dünnwald
Bayerischer Flüchtlingsrat
Tel: 089-762234 / 0177 721 6830

Berliner Erklärung zum Flüchtlingsschutz

2018_06_Berliner-Erklärung-zum-Flüchtlingsschutz

Verfolgte Menschen brauchen Schutz – auch in Europa. Als Lehre aus den verheerenden Folgen der Naziherrschaft war dieser Satz lange Zeit bindend und unwiderruflich für die Staaten Europas. Nun wird er zunehmend in Frage gestellt.

Die unterzeichnenden Organisationen appellieren an die deutsche Bundesregierung, Verantwortung für den Flüchtlingsschutz in Deutschland und Europa zu übernehmen. Das bedeutet konkret:

  1. Wir wenden uns gegen die Zurückweisung von schutzsuchenden Menschen an der europäischen Grenze.
  2. Wir fordern eine solidarische Aufnahme von Schutzsuchenden in der EU statt nationaler Abschottung.
  3. Wir wenden uns gegen die Vorschläge, Schutzsuchende in Staaten vor Europas Grenzen aus- bzw. zwischenzulagern.
  4. Wir fordern die Rettung von Menschen in Seenot im Mittelmeer und ihre Ausschiffung in

Die komplette Erklärung finden Sie hier.

2018-06_Berliner-Erklärung-zum-Flüchtlingsschutz-Organisationen

208. Sitzung der Ständigen Konferenz der Innenminister und –senatoren der Länder vom 06. bis 08. Juni 2018

Längerfristige Unterbringung in großen Aufnahmeeinrichtungen wie in möglichen „AnKER-Zentren“ birgt die Gefahr von Rechtsverletzungen, führt zu Konflikten und sozialer Spaltung

Dabei sind aus unserer Sicht insbesondere folgende Aspekte zu bedenken:

  • Die Dauer der Unterbringung in Aufnahmeeinrichtungen sollte möglichst kurz sein
  • Die Anzahl der untergebrachten Personen sollte möglichst klein sein
  • Die besonderen Bedarfe von Flüchtlingen sind zu berücksichtigen
  • Einrichtungen zur Unterbringung müssen sich in Gemeinwesen einfügen
  • Asylverfahren sollten durch unabhängige Rechtsberatung und -vertretung unterstützt werden

Die bisher bekannten Planungen für AnKER-Zentren widersprechen nach Ansicht der Diakonie Deutschland und des Deutschen Caritasverbandes diesen Grundsätzen einer menschenrechtskonformen Flüchtlingspolitik. Wir bitten Sie, unsere Erfahrungen sowie die daraus resultierenden Grundsätze und Bedenken in Ihren Diskussionen zu berücksichtigen, und wünschen Ihnen gute Beratungen.

Hier klicken, um das ganze Dokument lesen zu können

Bezahlbare Wohnungen für Alle! Offener Brief, Worms.

Rathaus Worms

Offener Brief vom Helferkreis Asyl Worms e.V.

an die im Stadtrat der Stadt Worms vertretenen Parteien und Mitglieder im Beirat für Migration und Integration

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach lnformationen der Wormser Zeitung

http://www.wormser-zeitung.de/lokales/nachrichten-rhein-neckar/helferkreis-asyl-worms-kritisiert-umgang-der-stadt-mit-fluechtlingen_18710068.htm

hat die Stadtverwaltung Worms in den vergangenen Jahren 106 Wohnungen bei privaten Vermietern zur Unterbringung von vorwiegend anerkannten Flüchtlingen requiriert. Dafür wurde nach Informationen von Frau Ripie r-Kramer eine Personalstelle im Sozialamt geschaffen und aus Mitteln der „Integrationspauschale“ finanziert. Die Stadt übt das Belegrecht für die angemieteten Wohnungen aus, die Miete wird bei Flüchtlingen mit Aufenthaltserlaubnis durch das jobcenter (nach einer „Abtretungserklärung“ direkt an das Sozialamt) gezahlt.

Ich begrüße ausdrücklich diese auch in anderen Kommunen bewährte Maßnahme zur Entschärfung der Wohnungsnot.

Diese Praxis hat sich offensichtlich verändert: bisher haben sich 22 Fluchtlinge bei unserer Initiative darüber beschwert, dass sie per mündlicher Ansage einer Sozialamtsmitarbeiterin,

d.h. ohne schriftliche, fristgemäße Kündigung, bzw. Verfügung, ohne Widerspruchsrecht die bisherige Wohnungen innerhalb einer Frist von wenigen Tagen verlassen und in Sammelunterkünfte umziehen sollten. Bis auf acht Flüchtlinge (s.:„Syrische Fluchtlinge wehren sich gegen Hausbesitzer und Sozialamt!“ https://www.asylworms.de/syrische-fluechtlinge-wehren-sich-gegen-hausbesitzer-und-sozialamt/

folgten die anderen Betroffenen aus Angst vor negativen Konsequenzen der Aufforderung.

An der Rechtmäßigkeit dieser Umsetzung bestehen erheblich Zweifel, die betroffenen Flüchtlinge sehen bittere Erfahrungen aus ihrem Herkunftsland bestätigt, ihr Vertrauen in den deutschen Rechtsstaates ist erheblich gesunken.

Bemerkenswert sind die Reaktionen von Rechtspopulisten auf den Artikel in der Wormser Zeitung: https://www.facebook.com/wormserzeitung/posts/1635443716511499

Im o.e. Artikel der WZ legitimiert Herr Herder die Vorgehensweise des Sozialamtes:

Da er verpflichtet sei, sorgsam mit Steuergeld umzugehen, könne es nicht angehen, für teures Geld Wohnungen anzumieten, andererseits aber Räume in den Gemeinschaftsunterkünften frei zu lassen. Bislang habe man einen Mix von 50 Prozent in Wohnungen (Familien) und 50 Prozent in den Sammelunterkünften (alleinstehende Männer) angestrebt. „Das werden wir jetzt im Verhältnis 40 zu 60 verschieben“, kündigte der Sozialdezernent an.“

Abgesehen davon, dass bei der Unterbringung in Sammelunterkünfte zusätzliche Kosten durch das notwendige Personal (Wachdienst, Hausmeister, Reinigungskräfte, Biiro-Angestellte, …) entstehen, wird die Integration von Flüchtlingen bei einer Unterbringung in Sammelunterkünfte erschwert. Trotz anderslautender Beteuerungen kann nicht die Rede davon sein, dass die Bewohner beispielsweise der beiden Containerlager (Salamander- Gelände und Motorpool-Gelände) einen nachhaltigen Kontakt zu deutschen Nachbarn gefunden hatten. Konflikte zwischen den Bewohnern von Sammelunterkünften nehmen zu: wer nicht nur monatelang, sondern über Jahre (in Einzelfällen: 9 Jahre in der Wormser Männerunterkunft) auf engstem Raum zusammen leben muss, kennt die Auseinandersetzungen um Wasch-, Reinigungs-, Trocken-und Kochgelegenheiten. Konflikte unter Erwachsenen entzünden sich auch am Verhalten der Kinder, denen Spiel-und Bewegungsmöglichkeiten in Sammelunterkünften erheblich eingeschränkt sind. Flüchtlinge berichten über psycho-somatische Erkrankungen, die in Sammelunterkünften verstärkt auftreten, die von Ärzten, Psychologen und wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt werden.

https://www.fh-dortmund.de/de/hs/medien/Was-wir-ueber-Fluechtlinge-nicht-wissen.pdf

Wichtige Vorschläge von Wohlfahrtsverbänden

http://www.liga-rlp.de/fileadmin/LIGA/Internet/Downloads/Termine___Veranstaltungen/Termine-Veranst_2015/Mindeststandards_f%C3%BCr_die_Unterbringung_von_Fl%C3%BCchtlingen_in_Rheinland-Pfalz-Vorschl%C3%A4ge_Fachtagung_16.04.2015.pdf

vom Bundesfamilien-Ministerium zu Mindeststandards in Flüchtlingsunterkünften

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/mindeststandards-zum-schutz-von-gefluechteten-menschen-in-fluechtlingsunterkuenften/117474

wurden von der Wormser Stadtverwaltung und dem Betreiber der Unterkünfte bisher nicht umgesetzt.

In einigen Fällen konnten die betroffenen Fluchtlinge nach der Kündigung des Mietvertrages zwischen der Stadtverwaltung und dem privaten Vermieter eigene Mietverträge abschließen. In einem konkreten Fall bedeutete dies für drei syrische, alleinstehende Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis, dass der Vermieter für die bisherige Wohnung drei Einzelmietverträge zu je 285,80 Euro Kaltmiete + Umlagen anbot, die das jobcenter übernahm. Gesamtkosten für diese Wohngemeinschaft: 855 Euro Kaltmiete, mit Umlagen ca 1300 Euro bei 80qm Gesamtfläche. Da der zwischen der Stadt Worms und dem Vermieter bisherige Mietvertrag nicht offengelegt wurde, ist nicht bekannt, wie hoch die Miete ursprünglich war. Nach den Worms gültigen „Angemessenheitsgrenzen“ könnte sie bei 388, 80 Euro gelegen haben. Die Erhöhung der Miete um mehr als 100% könnte ein lukratives Geschäft des Hausbesitzers sein, die seit 1. Januar 2015 geltende gesetzliche Mietpreisbremse würde außer Kraft gesetzt.

Die Behauptung von Herrn Herder, dass er „sorgsam mit Steuergeldern umgehen“ müsse, wird auf diese Weise konterkariert. Seine formulierte Position zum Primat der (vermeintlichen) „Wirtschaftlichkeit“ durch Umsetzung von anerkannten Flüchtlingen in Sammelunterkünfte gegenüber der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen wurde meines Wissens weder im Beirat für Migration und Integration noch im Stadtrat thematisiert.

Der Helferkreis Asyl Worms e.V. hat mehrfach Probleme bei der Unterbringung von Flüchtlingen – auch öffentlich – thematisiert. Es wäre wichtig, dass die in den Beirat für Migration und Integration und in den Stadtrat und seine Ausschüsse gewählten Parlamentarier sich ebenfalls kontinuierlich mit der Wohnungsnot von Flüchtlingen befassen, Betroffene anhören und zu Wort kommen lassen.

Unsere Initiative ist zu einer konstruktiven Zusammenarbeit bei der Bestandsaufnahme, Diskussion und Problemlösung gern bereit.

Worms, 10.5.2018 Mit freundlichem Gruß,
Angelika Wahl

(Vorsitzende vom Helferkreis Asyl Worms e.V.)

www.asylworms.de www.facebook.com/asylworms