Offener Brief an der Oberbürgermeister, die Presse und weitere Institutionen

Worms-Bruecke

Vor wenigen Monaten (am 25. Mai) konnten wir erfolgreich syrische Flüchtlinge unterstützen, die aufgrund eines „fake“ der Vermieterin und auf Anordnung von Sozialamts-Mitarbeiterinnen ihre Wohnung verlassen sollten. Nun gibt es eine Neuauflage der fragwürdigen Vorgehensweise gegenüber Flüchtlingen. Wer konkret Unterstützung für die Betroffenen leisten und zu einer konstruktiven Lösung des Konflikts beitragen möchte, kann am Montag, 16 Uhr ins „Cafe International“, Kriemhildenstraße 6 / Worms kommen.

In diesem Kontext steht der folgende offener Brief

• an die im Wormser Stadtrat vertretenen Parteien
• an Herrn Kissel, Oberbürgermeister der Stadt Worms
• an Herrn Scherer, Flüchtlingskoordinator der Stadt Worms
• an Frau Müller und Frau Gransche, Integrationsbeauftragte der Stadt Worms
• an den Beirat für Migration und Integration
• an den AK Asyl und Migration Worms
• an die Presse

Worms, 20.08.2016

Sehr geehrte Damen und Herren,

am Freitag, 19. August informierte ein Sachbearbeiter des Wormser Sozialamtes einen Angestellten des ASB, dass neun eritreische Flüchtlinge am 23.08.2016 aus der Sammel-Unterkunft in der Bensheimer Straße (Motorpool-Gelände) in ein Gebäude in Rheindürkheim umziehen sollen. Die Betroffenen erhielten weder einen schriftlichen Bescheid noch – auf ihre mündliche Nachfrage hin – eine Begründung.
Die Eritreer gehören zu der Gruppe von Flüchtlingen, denen eine „gute Bleibe-Perspektive“ in Aussicht gestellt wird. Sie nehmen bereits an Integrationskursen teil und können besondere Maßnahmen der Arbeitsagentur nutzen. Sie erhalten durch die professionelle Betreuung der ASB-MitarbeiterInnen in der GU die notwendigen Hilfestellungen bei Arzt-und Behörden-Gängen, bei der Suche nach Wohnungen auf dem privaten Wohungsmarkt, bei ihrer Integration in den Stadtteil. In Worms konnten sie nach ihrer Verfolgung durch die Diktatur in Eritrea, nach ihrer Flucht durch die Sahara, nach der lebensgefährlichen Fahrt übers Mittelmeer zur Ruhe kommen und eine Zukunftspersepktive entwickeln.
Diese positive Entwicklung wird durch ihren Umzug nach Rheindürkheim in Frage gestellt. Sie sind verstört durch die Maßnahme des Sozialamtes. Sie fragen sich, aus welchen Gründen sie plötzlich in Worms unwillkommen sind, warum sie wie Stückgut behandelt werden, das man auf Anordnung verschieben kann. Sie wissen, dass die Infrastruktur in Rheindürkheim erheblich schlechter als im Stadtgebiet ist, dass sie für die Busfahrt zu Behörden, Ärzten, Geschäften in der Innenstadt mehr Zeit und finanzielle Mittel aufbringen müssen.

Die Entscheidung des Sozialamtes ist unabhängig von den Wünschen der betroffenen Flüchtlinge auch eine Fehlentscheidung hinsichtlich der Anforderung, Kosten zu sparen. Den neun Eritreer müssen Fahrtkosten zu den Integrationskursen, perspektivisch zu einem Ausbildungsplatz ersetzt werden. Auch wenn man diese Kosten vielleicht als „peanuts“ betrachtet: sie könnten und sollten nicht zuletzt im Hinblick auf die Haushaltsverfügung der ADD (s.u.) vermieden werden, die bei der Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag beraten wird:
„Darüber hinaus bitte ich Sie, auch bezüglich der nicht dem freiwilligen Leistungsbereich zuzuordnenden Aufgabenbereiche (Pflichtaufgaben der Selbstverwaltung und Auftragsangelegenheiten) alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die zu einer Verbesserung der defizitären städtischen Haushalts- und Finanzlage beitragen.“ (Auszug aus der Haushaltverfügung der ADD Rheinland-Pfalz vom 12.07.2016, AZ 17 4-Worms/ 21a / http://www.buergerinfoworms.de/to0040.php?__ksinr=999 , S. 6)

Der Helfer-und Unterstützerkreis Asyl Worms appeliert an die Stadt Worms, die Entscheidung des Sachbearbeiters vom Sozialamt aufzuheben und den neun eritreischen Flüchtlinge den weiteren Verbleib in den Wohncontainer auf dem „Motorpool-Gelände“ zu ermöglichen bis sie eine eigene private Unterbringung gefunden haben,.

Mit freundlichem Gruß,
Angelika Wahl

Einladung zum Monatstreffen 18. August 2016, 19 Uhr, Cafe International

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Hallo,

wie erwartet war der Informationsabend für afghanische Flüchtlinge sehr gut besucht. Für die Unterstützung durch Renate, Dagmar, Cordula, Anna, Fabio, Hossein, Chenargol, Romany, Bilal, Rolf, Achmed möchte ich mich herzlich bedanken. In den nächsten Wochen und Monaten ist weitere Unterstützung notwendig, nicht nur bei den beiden Info-Abenden für syrische Flüchtlinge. (Termine: 17.August, 24. August, jeweils 19.30 Uhr, Gemeinde-Zentrum der Dreifaltigkeits-Gemeinde, Adenauer-Ring 3).

Hossein, Uwe, Andreas, Christian, Cordula sind mit einem weiteren Vorhaben befasst, einer Veranstaltung zu: „Fluchtursachen: Wer Waffen sät, erntet Flüchtlinge“ mit Jürgen Grässlin (DFG-VK) am 20. Oktober und einer großartigen Planung für die öffentliche Bewerbung im Vorfeld. Freut euch auf ihre spannenden Vorschläge!

Beim nächsten Monatstreffen am 18. August, 19 Uhr im Cafe International möchte ich beide Arbeitsschwerpunkte als Schwerpunkt-Themen aufgreifen.  Als Tagesordnung schlage ich vor:

1- Berichte über vergangene Aktivitäten

  1. Drohende Abschiebungen wegen Dublin III-VO  – Konsequenzen für die konkrete Arbeit
  2. „Wer Waffen sät, erntet Flüchtlinge“ (Veranstaltung, Öffentlichkeits-Arbeit, …)
  3. Organisation „Cafe International“
  4. Ohne Moos nix los: Vereinsgründung

Weitere Vorschläge zur Tagesordnung können gern eingebracht werden. Gäste sind wie immer willkommen.

Herzliche Grüße, Angelika (Tel, 06241 499 01 20)

 

Presse-Information

Kann ich in Deutschland bleiben ?

„Ich war 17 Jahre alt, als mich die Taliban in Afghanistan zwangsrekrutieren wollten. Ich weigerte mich, obwohl mich die Terroristen töten wollten. Meine Familie trieb das Geld für meine Flucht auf. Zu Fuß, per Auto, Bus, Boot – oft unter  Lebensgefahr – erreichte ich nach mehr als 5000 Kilometer Europa. Beim Überqueren der Grenze nach Bulgarien wurde ich festgenommen, geschlagen und 2 Wochen ins Gefängnis gesperrt. Dann flüchtete ich weiter nach Ungarn. Die Grenzpolizisten hetzten Hunde auf mich und nahmen mir mit Gewalt die Fingerabdrücke ab. Ich floh weiter nach Deutschland und stellte einen Asylantrag. Ich habe Angst, dass ich wegen der Dublin-Verordnung nach Bulgarien zurück muss und von dort nach Afghanistan abgeschoben werde.“

Nach dieser Schilderung bat der jetzt 18jährige afghanische Flüchtling Sahil bei einer Informationsveranstaltung vom „Helfer-und Unterstützer Kreis Asyl Worms“ zum Asylverfahren in Deutschland um Unterstützung. Ihn bewegt die gleiche Frage wie die anderen 46 Afghanen, die in den Gemeindesaal der Dreifaltigkeitskirche gekommen waren: „Kann ich in Deutschland bleiben, nachdem ich am 10. August per Bus mit anderen Flüchtlingen zu einer Außenstelle des BAMF gebracht wurde und meinen Asylantrag stellen konnte ? Was tun, wenn ich in ein anderes europäisches Land abgeschoben werden soll ?“

Die ehrenamtliche Initiative „HuUK Asyl Worms“ stellt sich – in Kooperation mit Rechtsanwälten – seit mehr als zwei Jahren –  auch den existenziellen Fragen nach dem Bleiberecht.

Für die 200 syrischen Flüchtlinge, die ebenfalls in den nächsten Wochen in Bussen zur Asylantragstellung fahren, werden deshalb 2 Informationsabende in deutsch/arabisch angeboten:

Am 17. August, 19.30 Uhr und am 24. August, 19.30 Uhr

im Gemeindesaal der Dreifaltigkeitsgemeinde, Adenauer-Ring 3 / Worms

 

Nachfragen: jeden Montag und Donnerstag, 16 Uhr bis 19 Uhr, jeden Mittwoch, 17 Uhr bis 19 Uhr im Cafe International, Kriemhildenstraße 6 / Worms

Weitere Informationen: www.asylworms.de, https://www.facebook.com/asylworms/

Mo. 8. Aug. 2016 Einladung an afghanische Flüchtlinge „Asylantrag und Anhörung“

2016-08-02_Einladung-in-farsi70 afghanische Flüchtlinge warten in Worms darauf, endlich ihren Asylantrag stellen zu können.

Sie erhalten demnächst von der Wormser Ausländerbehörde eine Einladung: Sie sollen zwischen dem 5. September und dem 18. September mit dem Bus zu einer Außenstelle vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gebracht werden. Auf diesen wichtigen Tag müssen Sie sich gut vorbereiten.

 

  • Was erwartet Sie bei der Anhörung ?
  • Welche Fragen können gestellt werden?
  • Welche Gründe können zur Anerkennung als Flüchtling führen und welche nicht ?
  • Welche Probleme kommen auf Sie zu, wenn Sie in einem anderen Land finger-prints abgegeben haben oder einen Asylantrag gestellt haben?

 

Wir informieren (mit einem Dolmetscher für farsi) am

 

Montag. 8. August, 18 Uhr

Zentrum der Dreifaltigkeitsgemeinde

Adenauerring 3, 67547 Worms.

21. Juli 2016, Kurzfilm „Asyl in Deutschland – die Anhörung“ Einladung zum Monatstreffen

2016-07_Kurzfilm

Hallo liebe MitstreiterInnen, liebe Interessierte, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat angekündigt, bis Ende dieses Jahres den Stau der Asylanträge abzubauen. Tatsächlich berichten uns Flüchtlinge im Cafe International vermehrt von anstehenden Anhörungen („großen Interviews“). Auch unsere zahlreichen „Untätigkeitsklagen“ … Weiterlesen

2. Juli 2015 in Worms um 14 Uhr „Drum Circle“ mit Geflüchteten und „Eingeborenen“ aus Worms

beat-complete-Trommelnde Haende

Jasmin von beat complete präsentiert für Asyl Worms am 2. Juli erstmals einen Drum Circle!

Bei dieser moderierten Trommelrunde kann jeder, auch ohne Vorkenntnisse, mitmachen.

Refugees welcome!

Trommeln werden gestellt, können aber gerne auch mitgebracht werden.

Samstag 2. Juli 2016, Beginn ab 14 Uhr.

Kanal 70, Hochheimer Str. 4a, Worms

beat-complete-logoBitte im „Cafe International“, Kriemhildenstraße 6, Worms (Montags und Donnerstags, 16 Uhr bis 19 Uhr), telefonisch: 06241 499 01 20 oder per e-mail : rech-wahl@onlinehome.de anmelden. (Die Teilnehmerzahl ist auf 25 beschränkt!)