Einladung zum Monatstreffen Donnerstag 20. April 19 Uhr

Monatstreffen

 

Zum regulären Monatstreffen am Donnerstag, 20. April, 19 Uhr im Cafe International (Kriemhildenstraße 6) lade wir herzlich ein. Bisherige Tagesordnung:

 

 

  • Berichte
  • Analog-Leistungen, Krankenversicherten-Karte nach 15monatigem Aufenthalt in Deutschland
  • Organisation und Bewerbung der Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ (s.u., s. Anlage)
  • Aufräum-und Entrümpelungs-Aktion im Cafe International
  • Verschiedenes

 

Selbstverständlich können weitere Themen eingebracht werden. Die Einladung kann gern – auch an Flüchtlinge – weitergeleitet werden.

Wer am Donnerstag verhindert ist, sich aber an der Plakatierung und Verteilung von flyern beteiligen möchte, kann im Cafe International vorbeikommen und sich die Materialien abholen.

Herzlichen Gruß

„Asyl ist Menschenrecht“, Ausstellung vom 8. Mai bis 5. Juni in Worms

Ausstellung Worms

Presse-Mitteilung:

Gegenwärtig sind über 65 Millionen Menschen auf der Flucht, mehr als je zuvor.

Warum fliehen sie? Welchen Gefahren sind sie ausgesetzt? Welche Wege müssen sie beschreiten, welche Hindernisse überwinden? Wo und unter welchen Umständen finden sie Schutz? Dies sind die grundlegenden Fragen, zu denen die Ausstellung »Asyl ist Menschenrecht« Informationen gibt.

Der Helferkreis Asyl Worms e.V. zeigt die aktualisierte Ausstellung in der Wormser Dreifaltigkeitskirche vom 8. Mai bis 5. Juni, um der zunehmenden rassistischen Hetze und Gewalt gegen Flüchtlinge und der steigenden Zahl von Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte sachliche Argumente entgegen zu setzen und so ein deutliches Zeichen zu setzen.

Die ehrenamtliche Initiative wählte den Gedenktag (8. Mai 1945: Kapitulation der deutschen Wehrmacht und Befreiung vom Nationalsozialismus), um an die historische Verpflichtung zum Schutz der Menschenrechte zu erinnern. Millionen Menschen wurden in der Zeit von 1933 und 1945 Opfer von Krieg, Gewalt und Verfolgung, tausende Flüchtlinge flohen aus Deutschland und erhielten Schutz in einem anderen Land.

Bei der Eröffnungsveranstaltung am 8.Mai 2017, 19 Uhr in der Wormser Dreifaltigkeitskirche werden drei Flüchtlinge aus Afghanistan, Somalia und Syrien über ihre persönlichen Fluchtgründe berichten. Der Schauspieler Erich Schaffner spricht und singt Auszüge aus den „Flüchtlingsgesprächen“ von Bertold Brecht sowie historische Lieder aus der Zeit, in der Menschen vor dem nationalistischen Wahn in Deutschland flüchten mussten. Am Akkordeon: Erika Krapp.

Die Ausstellung in Worms wird unterstützt von: AK Asyl-Flüchtlingsrat Rheinland-Pfalz, Caritas Worms, Demokratie leben, Dreifaltigkeits-Gemeinde Worms, Pro Asyl, Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz.

Termine für Führungen durch die Ausstellung und Gespräche mit Flüchtlingen können beim Helferkreis Asyl Worms e.V. telefonisch (06241 499 01 20) oder per e-mail rech-wahl@onlinehome.de angefragt werden.

Wer den Flyer verteilen möchte, Ausstellung Menschenrecht Flyer als PDF.

Ablehnung des Asylantrags – was nun? Veranstaltung 12. Mai 2017

Z.Zt. sind haupt-und ehrenamtliche Beratungsstellen für asylsuchende Flüchtlinge mit zahlreichen Ablehnungsbescheiden insbesondere von Afghanen, Eritreern und Somali aber auch Syrern konfrontiert, die zur Ausreise ins Herkunftsland oder – aufgrund der Dublin-VO – zur Ausreise nach Italien, Malta, Ungarn, Bulgarien, … aufgefordert werden.

Die Fortbildung am 12. Mai in Mainz ist sehr wichtig, höchstwahrscheinlich aber sehr schnell ausgebucht. Interessierte sollten sich rasch anmelden!

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen insbesondere aus der Beratungs- und Unterstützungsarbeit von Flüchtlingen,

anbei schicke ich Ihnen/Euch die Einladung für die Veranstaltung am 12. Mai hier im Hause. Veranstalter ist die Koordinierungsstelle „Ehrenamtliche Aktivitäten im Flüchtlingsbereich RLP“ in Kooperation mit dem AK Asyl und dem Ini. Anmeldungen bitte nur an anmelden@asyl-rlp.org  

Und hier auch der Link für die Anfahrt zum Veranstaltungsort: http://www.zgv.info/kontakt-anfahrt.html

Herzliche Grüße
Roland Graßhoff

Initiativausschuss für Migrationspolitik in RLP
Albert-Schweitzer-Str. 113 – 115
55128 Mainz
Tel./Fax: 06131/2874420 /2874411
Mail: migration@zgv.info
www.ini-migration.de

Monatstreffen Donnerstag, 30.März 2017, 19 Uhr, Gäste Willkommen

Tagesordnung:

· Berichte über diverse Aktivitäten / Kooperationen unserer
Initiative in – und außerhalb des Cafe International

· Konflikte mit Job-Center und Ausländerbehörde

· Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“

· Öffentlichkeits-Arbeit

· Spiele für’s Deutsch-Training

· Beteiligung am Fest der Luther-Gemeinde (25.6.) ?

· Beteiligung am Fest der Kulturen?

· Sonstiges

Selbstverständlich können weitere Themen-Vorschläge eingebracht werden.
Gäste sind wie immer herzlich willkommen.

Aufgrund einer aktuellen Erfahrung in der gestrigen Erstberatung möchte ich
darauf hinweisen, dass in den Sammelunterkünften und bei der
Ausländerbehörde per Plakat-Aushang für eine „freiwillige“ Rückkehr ins
Herkunftsland geworben wird, für die es auch eine finanzielle Unterstützung
(die „Hau-ab-Prämie“) geben kann. Zu einer „freiwilligen“ Rückkehr nach
Afghanistan, Somalia, Eritrea, Syrien, … sollte angesichts der
katastrophalen Lage in diesen Ländern keinesfalls geraten werden.

„Freiwillige Rückkehr“ nach Afghanistan ?

Diese Pressemitteilung vom Helferkreis Asyl Worms e.V. kann gern weitergeleitet werden. Die Ausländerbehörde Worms hat die Einladungen zur „freiwilligen Rückkehr-Beratung“  – ohne erkennbare Veranlassung – u.a. an afghanische Flüchtlinge geschickt, die seit Jahren geduldet werden, integriert sind, berufstätig sind, bzw. eine qualifizierte Ausbildung machen. Sie wurde eritreischen Flüchtlingen geschickt, die bei einer Rückkehr in ihre Heimat mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Gefängnis kämen. Flüchtlinge, die eine erfolgsversprechende Klage gegen einen Ablehnungsbescheid einreichten, wurden ebenfalls zu einer „freiwilligen Rückkehr-Beratung“ eingeladen. Ich bitte euch/Sie, betroffene Flüchtlinge in eurem/ Ihrem Umfeld ausdrücklich auf die „Freiwilligkeit“ hinzuweisen und evtl. Panik-Reaktionen vorzubeugen.

Nach Rückmeldungen von Flüchtlingshelfern in anderen rheinland-pfälzischen Städten scheint die Wormser Ausländerbehörde wieder einmal eine besondere Vorreiter-Rolle spielen zu wollen.

Mit freundlichem Gruß, Angelika Wahl (Helferkreis Asyl Worms e.V., Tel. 06241 499 0120


Pressemeldung:

Vor wenigen Tagen erhielten Flüchtlinge aus Afghanistan (und anderen Herkunftsländern) ein Schreiben der Wormser Ausländerbehörde, die eine Beratung zur „freiwilligen Rückkehr“ ins Herkunftsland anbietet und eine finanzielle Unterstützung in Aussicht stellt. (Von NGO’s wird der finanzielle Zuschuss auch als „Hau-ab-Prämie“ charakterisiert.) Entsprechende Plakate hängen bereits seit geraumer Zeit an den Türen der Ausländerbehörde und in den Sammelunterkünften.

Da die meisten Betroffenen das in Deutsch verfasste Schreiben nicht ausreichend verstanden, löste es erhebliche Unruhe aus. Einige der Betroffenen konnten von ihren Rechtsanwälten, von den BeraterInnen des Helferkreises Asyl Worms e.V. beruhigt werden u.a. mit dem Hinweis darauf, dass die Landesregierung in Rheinland-Pfalz die Lage in Afghanistan nicht als sicher betrachtet, deshalb nicht zur Rückkehr rät und nur in sehr wenigen Ausnahmefällen geplanten Abschiebungen zustimmt.

Zur Lage in Afghanistan einige Fakten:

  • 3.498 Tote, 7.920 Verletzte – insgesamt 11.418 Opfer hat die UNAMA (United Nations Assistance Mission in Afghanistan (UNAMA) in ihrem Jahresbericht für 2016 dokumentiert. Knapp ein Drittel der zivilen Opfer im Jahr 2016 waren Kinder (3.512).
  • Seit vier Jahren steigt die Zahl der Binnenvertriebenen, die in anderen Regionen Afghanistans eine Zuflucht suchen, kontinuierlich an, die Gesamtzahl liegt bei über 1,8 Millionen Menschen.
  • Mehr als 38.000 Afghanen sind seit Beginn des Jahres vor der Gewalt in ihrer Heimat geflohen. Für das Gesamtjahr sei ein starker Anstieg der Flüchtlingszahlen zu befürchten, erklärte das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe, OCHA. Die humanitäre Lage verschlechtere sich immer weiter.
  • In Afghanistan werden in diesem Jahr mehr als 400.000 Kinder nicht weiter zur Schule gehen können. Das teilte die Kinderschutzorganisation Save the Children mit. Wegen anhaltender Kämpfe seien im ganzen Land etwa 1.000 Schulen geschlossen.

Wer sich mit dem Bericht des UNHCR und den Einschätzungen unabhängiger NHO’s zur Lage in Afghanistan befasst, kann nicht ernsthaft zu einer „freiwilligen Rückkehr“ nach Afghanistan raten.

Was soll also diese erneute Initiative der Ausländerbehörde, die für die Sachbearbeiter ebenso wie für die haupt-und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer zusätzliche und überflüssige Arbeit sowie unnötige Kosten verursacht, die Betroffene in Angst und Schrecken versetzen kann?

Notwendig wäre, über die Lage in Afghanistan, über Möglichkeiten einer Bleibe-Perspektive in Deutschland umfassend zu informieren statt einseitig die Rückkehr – möglicherweise in den Tod – als alternativlos darzustellen.

 

Während für die „freiwillige Rückkehr-Beratung“ Zeit und Geld locker gemacht wird, reicht die hauptamtliche Asylverfahrens-Beratung in Worms schon lange nicht mehr aus, um alle in Worms wohnende Flüchtlinge im Asylverfahren adäquat zu begleiten, fristgemäß auf Ablehnungsbescheide zu reagieren, bei der Suche nach Rechtsanwälten und Dolmetschern zu helfen. Auch der Helferkreis Asyl Worms e.V., der – mit Unterstützung von 2 Rechtsanwälten – wöchentlich ca 60 Stunden unbezahlte ehrenamtliche Arbeit für Flüchtlinge aufbringt, stößt zunehmend an seine Grenzen. So bleiben Flüchtlinge auf der Strecke, weil sie die, in unserem Rechtsstaat geltenden Gesetze nicht ausreichend kennen und verstehen und sie deshalb auch die möglichen Rechtsmittel gegen negative Bescheide zu ihrem Asylantrag nicht in Anspruch nehmen.

Der Helferkreis Asyl Worms e.V. fordert deshalb von der Landesregierung und der Stadt Worms:

  • eine bedarfsgerechte finanzielle Förderung für die Ausweitung der hauptamtlichen, unabhängigen Asylverfahrens-Beratung bei einem Wohlfahrtsverband;
  • eine bedarfsgerechte  Förderung von kostenfreien Fortbildungen zu Grundlagen des Asylverfahrens für haupt-und ehrenamtliche Betreuer von Flüchtlingen durch unabhängige Juristen.

 

Für solche Maßnahmen hat die rheinland-pfälzische Landesregierung  zusätzliche finanzielle Bundesmittel für das Haushaltjahr 2017 an die Kommunen weitergegeben. Sie sollten entsprechend verwendet werden.

Die wirtschaftlichen Strukturen Afrikas sind eine wesentliche Fluchtursache.

Globaler Marshallplan

Pressemitteilung von Ulrike Schäfer
http://www.wormser-zeitung.de/lokales/worms/nachrichten-worms/negativbeispiel-afrika_17674758.htm

Referent Wahl fordert einen globalen Marshallplan.

GLOBALISIERUNG Peter Wahl referiert über die Folgen der Wirtschaftspolitik

WORMS – Von Jorge Mario Bergoglio, heute Papst Franziskus, stammt der Satz: „Diese Wirtschaft tötet.“ Dies war auch der Tenor von Peter Wahls Vortrag „Unsere Wirtschaft macht arm, tötet, zerstört die Umwelt und schafft Flüchtlinge“, den er auf Einladung des Helferkreises Asyl Worms und der Initiative Wormser für den Frieden am Donnerstagabend im Luthersaal hielt. Dabei gelang es dem Globalisierungsgegner und Publizisten, Vorstandsmitglied der Nichtregierungsorganisation Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung (WEED), der auch prägendes Gründungsmitglied von Attac Deutschland war, komplizierte Sachverhalte ohne jegliche Polemik auf eine gut verständliche Weise zu vermitteln.

Neben Verfolgung, Krieg, Terrorismus und ökologischen Katastrophen sind oft die wirtschaftlichen Strukturen in vielen Ländern eine wesentliche Fluchtursache. Am Beispiel Afrikas zeigte Wahl, welche gravierenden Auswirkungen der Kolonialismus bis heute dort hat. Er habe gewachsene politische und soziale Strukturen zerstört und die Ökonomie der Länder auf die Bedürfnisse des „Mutterlandes“ ausgerichtet. Es seien zunächst Menschen, dann agrarische und schließlich mineralische Rohstoffe „exportiert“ worden. Eine Industrialisierung fand nicht statt. Am Beispiel des Sklavenhandels zeigte Wahl die daraus folgende Kette dramatischer Umweltveränderungen bis hin zu Dürrekatastrophen und Hungersnöten auf.

Als die Subsahara-Länder in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts unabhängig wurden, standen sie mehr oder weniger am Punkt null, während die ehemaligen Kolonialherren bereits einen hohen industriellen Standard hatten. Das wirtschaftliche Ungleichgewicht setzte sich deshalb fort und vergrößerte sich noch, weil Afrika nach wie vor ausschließlich als Rohstofflieferant gefragt war.

Bis 2050 könnte sich Bevölkerung verdoppeln

Eine weitere Problematik habe sich durch die schwierigen Wettbewerbssituationen im Zuge der Globalisierung aufgetan. Die Marktliberalisierung als Antwort auf die globale Schuldenkrise in den 1980er Jahren habe dann dazu beigetragen, die wirtschaftliche Situation der Subsahara-Staaten zu verschlechtern. Durch die sogenannten Economic Partnerships (EPA), Handels- und Investitionsabkommen Europas mit afrikanischen Ländern, hätten sich die wirtschaftliche Asymmetrie und traditionelle Arbeitsteilung leider weiter verfestigt, stellte der Referent anhand vieler Beispiele dar.

Die Zukunftsperspektiven, die Wahl nannte, geben keinen Anlass zu Optimismus. Bis 2050 wird eine Verdoppelung der afrikanischen Bevölkerung prognostiziert. Selbst wenn man es wirklich schaffe, die Erderwärmung bis 2050 auf nur zwei Grad zu halten, werde die Temperatur in den Subsahara-Ländern überdurchschnittlich steigen, die Sahara weiter nach Süden wandern und der Meeresspiegel steigen mit bedrohlichen Folgen für die großen Küstenstädte.

Im anschließenden Gespräch, das von Dr. Hossein Sadat Darbandi geleitet wurde, wollten die zahlreichen Zuhörer wissen, was man tun könne. Reden und aufklären, antwortete Wahl, und den eigenen Konsum kritisch reflektieren. Auf politischer Ebene müssten entwicklungsfreundliche Rahmenbedingungen für Afrika geschaffen werden, sozusagen ein globaler Marshallplan. Eine Abschottung gegen Flüchtlinge durch Mauern und Verträge mit nordafrikanischen Staaten sei dagegen keine Lösung.

SPRACHFÄHIG in der Flüchtlingsdebatte: Fakten und Argumente gegen rechte Parolen und Vorurteile

Sprachfähig in der Flüchtlingsdebatte

Gemeinsam mit der Diakonie Hessen, dem Förderverein PRO ASYL und der Stiftung für die internationalen Wochen gegen Rassismus hat der Initiativausschuss für Migrationspolitik in RLP eine Online-Broschüre erarbeitet, die haupt- und ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit adressiert. Sie sollen in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung um die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen gestärkt werden, indem

  • in einem einleitenden Text herausgearbeitet  wird, dass ihr Einsatz für Schutzsuchende und damit die Menschenrechte keiner Rechtfertigung bedarf, sondern vielmehr diejenigen unter Rechtfertigungszwang stehen, die gegen dieses Engagement agitieren und Flüchtlingen Schutz vorenthalten wollen und
  • aktuelle Daten und Fakten zusammengestellt werden, um in der Debatte mit „flüchtlingskritischen“ Personen vor Ort gegen verbreitete Parolen und Vorurteile argumentieren und „Überzeugungsarbeit“ leisten können.

Die Online-Broschüre wurde in unseren Dokumentenbereich aufgenommen und ist HIER zu finden.

Flüchtlingsdebatte.pdf

Ärzteorganisation IPPNW kritisiert Abschiebungen in ein Kriegs- und Krisengebiet sind inhuman

IPPNW

Sammelabschiebung von 26 afghanischen Geflüchteten

Die Ärzteorganisation IPPNW kritisiert die gestrige Sammelabschiebung von afghanischen Flüchtlingen als inhuman. Erneut wurden 26 Menschen in ein Krisen- und Kriegsgebiet abgeschoben. Nach Aussage des UNHCR gibt es in Afghanistan keine sicheren Regionen. In ihrer Stellungnahme auf Anfrage des Bundesinnenministeriums vom Dezember 2016 heißt es, dass es vor dem Hintergrund der aktuellen Situation in Afghanistan nicht möglich sei, bestimmte Regionen als sichere und zumutbare interne Schutzalternative anzusehen.

Laut dem jüngsten OCHA-Bericht zu den „Humanitären Bedürfnissen 2017“ in Afghanistan führte die zunehmende geografische Ausweitung des Konflikts zu einer Erhöhung der Zahl der AfhganInnen, die 2017 auf humanitäre Hilfe angewiesen sein werden.  Der Bericht geht von 9,3 Millionen aus. Das bedeutet eine Steigerung um 13 %. Allein zwischen Januar und September 2016 wurden 2.562 ZivilistInnen getötet und 5.835 verwundet, die höchste bisher gemessene Zahl in diesem Konflikt. 2.461 der Betroffenen waren Kinder.

Über 38.000 Menschen haben eine Online-Petition des IPPNW-Mitglieds Dr. Thomas Nowotny unterzeichnet, die sich gegen die menschenrechtswidrigen Abschiebungen nach Afghanistan richtet (www.change.org/nodeportation). Zu den Erstunterzeichnern gehören die Schauspielerin Senta Berger, der Theologe Dr. Jürgen Micksch, der Musiker Günther Sigl, der Autor und Publizist Terry Swartzberg und der Arzt und Regisseur Prof. Dr. Michael Verhoeven. Sie alle erklären sich bereit, alles in ihrer Macht stehende zum Schutz der bedrohten afghanischen Flüchtlinge zu tun. Dazu gehören persönliche Appelle an Behörden, Presse, Kirchen, Vereine, Prominente und PolitikerInnen in den Kommunen, in den Landtagen und im Bundestag.

Laut Medieninformationen waren unter den Abgeschobenen auch Flüchtlinge aus Bundesländern mit grüner Regierungsbeteiligung: Vier Afghanen aus Baden-Württemberg, drei aus Hamburg und einer aus Rheinland-Pfalz. Die IPPNW hat die grünen Landtagsfraktionen in den Bundesländern mit grüner Regierungsbeteiligung aufgefordert, nicht an Abschiebungen nach Afghanistan mitzuwirken und sich öffentlich dafür einzusetzen, dass die Bundesregierung ihre Afghanistan-Flüchtlingspolitik im Sinne der Menschenrechte neu justiert.

Den OCHA-Bericht zu den «Humanitären Bedürfnissen 2017» in Afghanistan vom November 2016 finden Sie unter http://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/afg_2017_hno_english.pdf

Die Stellungnahme des UNHCR zu Afghanistan finden Sie unter https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/2015/12/2017-Bericht-UNHCR-Afghanistan.pdf

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Tel. 030 / 698074 -15, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

Helferkreis Asyl Worms: Rückblick und Ausblick

Der „Helferkreis Asyl Worms“ gründete sich nach dem tragischen Tod von etwa 545 Flüchtlingen vor Lampedusa am 3. Oktober 2013 in Worms und tritt seitdem unermüdlich für das Menschenrecht auf Asyl ein.

Die ehrenamtliche Initiative ist beim Wormser AK Asyl und Migration, beim „Runden Tisch Asyl“ und beim Expertenforum der Stadt vertreten und überregional mit dem AK Asyl Rheinland-Pfalz und Pro Asyl vernetzt. Zentraler Ort für Begegnungen, Verabredungen, Beratungen, Deutsch-Training, Planung von Aktivitäten ist – dank der Unterstützung durch die Caritas und dem rheinlandpfälzischen Integrationsministerium – das „Cafe International“, das wöchentlich an drei Tagen die Türen für jeweils 30-40 Geflüchtete öffnet. Das „Cafe International“ ist mittlerweile zu einem Treffpunkt von Flüchtlingen auch aus dem weiteren Umkreis von Worms geworden.

Die beträchtliche Nachzahlung von Leistungen entsprechend dem Asylbewerber-Leistungsgesetz durch das Wormser Sozialamt war ein erster gemeinsamer Erfolg  von Flüchtlingen und Aktiven aus dem „Helferkreis Asyl Worms“. Zur Umstellung von Catering-Essen auf Selbstverpflegung in den Sammelunterkünften für Flüchtlinge trug die Initiative durch öffentliche Aktionen bei. Mit privaten Spenden wurde Flüchtlingen die Teilnahme an zertifizierten Sprachkursen ermöglicht.

Durch die Teilnahme an zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen qualifizierten sich mehrere Aktive für die Beratung von Flüchtlingen beim Asylverfahren. Bei insgesamt sechs Informationsveranstaltungen in den vergangenen 2 Jahren informierte die Initiative mehr als 200 Flüchtlinge über den Ablauf von Anhörungen, die für das Bleiberecht entscheidend sind. Mit etwa 50 erfolgreichen Untätigkeitsklagen gegen das BAMF wurden Flüchtlinge unterstützt, die seit mehr als 15 Monaten auf diese Anhörungen warteten. Aktuell unterstützt die Initiative syrische Flüchtlinge bei Gerichtsverfahren, mit denen der rasche Nachzug ihrer Familienangehörigen aus der zerstörten Heimat erreicht werden soll, ebenso wie afghanische Flüchtlinge, deren Asylantrag abgelehnt wurde.

ZukunftswerkstattBei einer ganztägigen „Zukunftswerkstatt“ am 14. Januar diskutierten und planten 26 Aktive, darunter mehrere Flüchtlinge aus Syrien, Somalia, Ägypten, Afghanistan die Arbeit für das Jahr 2017. Sowohl organisatorische Verbesserungen beim Betreiben des „Cafe International“ als auch die kontinuierliche Einzelfall-Hilfe, Fortbildungen, öffentliche Veranstaltungen zu Fluchtursachen, Beteiligung an Aktivitäten gegen Fremdenfeindlichkeit bleiben wichtige Schwerpunkte.

 

Konkrete Vorhaben sind:

  • Am 9. Februar, 19 Uhr wird bei der öffentlichen Veranstaltung mit dem Titel „Unsere Wirtschaft tötet, zerstört Umwelt und schafft Flüchtlinge“ über Fluchtursachen diskutiert.
  • In einem deutsch-syrischen Videoprojekt werden das Cafe International sowie Flüchtlinge, ihre Fluchtgeschichten und Hoffnungen dokumentiert.
  • Schulklassen werden „Zeitzeugen-Gespräche“ mit Flüchtlingen angeboten, um so zum Abbau von Vorurteilen beizutragen.
  • Ein gemeinsamer Percussion-Workshop von Flüchtlingen und Jugendlichen soll auch in diesem Jahr stattfinden.
  • Die aktualisierte Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ wird im Sommer gezeigt und durch Ausstellungsführungen begleitet.
  • In Kooperation mit anderen Initiativen und Organisationen soll im Vorfeld der Bundestagswahlen eine Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten aus Rheinland-Pfalz zu „Waffenexporte als Fluchtursache“ vorbereitet werden.

 

Der „Helferkreis Asyl Worms“ freut sich über zukünftige MitstreiterInnen, die diese (unbezahlte) Arbeit unterstützen ebenso wie über finanzielle Hilfe.

Kontakt: jeden Montag und Donnerstag, 16 bis 19 Uhr, jeden Mittwoch 17 bis 19 Uhr im Cafe International, Kriemhildenstraße 6, Worms

Spendenkonto: RegVerw Rheinhessen, DE48 5206 0410 004 1001 07, Haushaltsstelle 6525 00 0300 03 6790, Stichwort „Cafe International“