Presse-Erklärung des Helfer-und Unterstützerkreises AsylWorms zur geplanten Unterbringung von Flüchtlingen in Wohncontainern, 22.01.2015

Flüchtlinge willkommen !

Seit Januar 2014 haben mehr als 130.000 Frauen, Männer und Kinder in Deutschland Schutz gesucht. Flüchtlinge, die hier ankommen, sind Terror, Krieg, Hunger-und Umweltkatastrophen entkommen, oft unter Lebensgefahr. Das ist ein Bruchteil der über 50 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind.

Asylrecht ist ein Grundrecht und ist aus geschichtlichen Gründen in der Verfassung verankert. Angriffe auf Grundrechte unterschreiten die Standards, nach denen wir leben wollen.
Allzu oft in unserer Geschichte, als Menschen ausgegrenzt und verfolgt wurden, haben zu viele zu lange nur zugeschaut.Neonazis wollen das Recht auf Asyl abschaffen, sie stempeln Flüchtlinge als Schuldige für soziale Not und die wachsende soziale Ungleichheit ab. Und sie beschränken sich dabei nicht auf verbale Hetze:
·       Seit den 90ger Jahren wurden über 150 Menschen – vorwiegend MigrantInnen — von Rechtsradikalen getötet .
·       Allein von Januar bis November 2014 wurden rund 220 flüchtlingsfeindliche Aufmärsche und Kundgebungen gezählt ! Im gleichen Zeitraum gab es 33 körperliche Angriffe auf Flüchtlinge, 31 Sachbeschädigungen, 24 Brandanschläge auf zentrale Flüchtlingsunterkünfte .
Menschen lässt man nicht in Lagern leben !
Viele Flüchtlinge wohnen Jahre lang in beengten Sammelunterkünften. Sie leben ständig mit anderen Menschen in einem Zimmer, dürfen nicht arbeiten oder finden keine Arbeit, warten  monatelang auf die Antwort zum Asylantrag, fürchten die Abschiebung ins Ungewisse. Auch Kleinkinder und Schwerkranke leben in Sammelunterkünften. Die Unterbringung am Stadtrand, in Gewerbegebieten, in sozialen Brennpunkten verstärken Isolierung und Stigmatisierung. Wenn derzeit viele Kommunen weitere Sammelunterkünfte einrichten, so sollte dies als eine zeitlich beschränkte Übergangslösung betrachtet werden. Die von der Diakonie Deutschland und freien Wohlfahrtsverbänden geforderten Mindeststandards müssen auch bei Notunterkünften beachtet werden. Alternativen müssen von Anfang an mitgedacht und geplant werden.
Integration beginnt mit der Unterbringung !
Auch in Worms gibt es derzeit Probleme, neu ankommende Asylsuchende adäquat unterzubringen. Die realen Unterbringungsprobleme dieser Monate haben eine Vorgeschichte: Planungen für den Fall einer Zunahme der Asylantragsteller unterblieben.
Die Stadt bemüht sich nun unter großen Anstrengungen, Flüchtlinge in privaten Wohnungen unterzubringen. Damit wird sie nicht nur den Menschen besser gerecht, auch der kommunale Handlungsspielraum weitet sich aus und Kosten werden gespart.
Wir begrüßen die Orientierung auf dezentrale Unterbringung als wesentlichen Beitrag zu einer Willkommenskultur !

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