Helferkreis Asyl Worms: Rückblick und Ausblick

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Der „Helferkreis Asyl Worms“ gründete sich nach dem tragischen Tod von etwa 545 Flüchtlingen vor Lampedusa am 3. Oktober 2013 in Worms und tritt seitdem unermüdlich für das Menschenrecht auf Asyl ein.

Die ehrenamtliche Initiative ist beim Wormser AK Asyl und Migration, beim „Runden Tisch Asyl“ und beim Expertenforum der Stadt vertreten und überregional mit dem AK Asyl Rheinland-Pfalz und Pro Asyl vernetzt. Zentraler Ort für Begegnungen, Verabredungen, Beratungen, Deutsch-Training, Planung von Aktivitäten ist – dank der Unterstützung durch die Caritas und dem rheinlandpfälzischen Integrationsministerium – das „Cafe International“, das wöchentlich an drei Tagen die Türen für jeweils 30-40 Geflüchtete öffnet. Das „Cafe International“ ist mittlerweile zu einem Treffpunkt von Flüchtlingen auch aus dem weiteren Umkreis von Worms geworden.

Die beträchtliche Nachzahlung von Leistungen entsprechend dem Asylbewerber-Leistungsgesetz durch das Wormser Sozialamt war ein erster gemeinsamer Erfolg  von Flüchtlingen und Aktiven aus dem „Helferkreis Asyl Worms“. Zur Umstellung von Catering-Essen auf Selbstverpflegung in den Sammelunterkünften für Flüchtlinge trug die Initiative durch öffentliche Aktionen bei. Mit privaten Spenden wurde Flüchtlingen die Teilnahme an zertifizierten Sprachkursen ermöglicht.

Durch die Teilnahme an zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen qualifizierten sich mehrere Aktive für die Beratung von Flüchtlingen beim Asylverfahren. Bei insgesamt sechs Informationsveranstaltungen in den vergangenen 2 Jahren informierte die Initiative mehr als 200 Flüchtlinge über den Ablauf von Anhörungen, die für das Bleiberecht entscheidend sind. Mit etwa 50 erfolgreichen Untätigkeitsklagen gegen das BAMF wurden Flüchtlinge unterstützt, die seit mehr als 15 Monaten auf diese Anhörungen warteten. Aktuell unterstützt die Initiative syrische Flüchtlinge bei Gerichtsverfahren, mit denen der rasche Nachzug ihrer Familienangehörigen aus der zerstörten Heimat erreicht werden soll, ebenso wie afghanische Flüchtlinge, deren Asylantrag abgelehnt wurde.

ZukunftswerkstattBei einer ganztägigen „Zukunftswerkstatt“ am 14. Januar diskutierten und planten 26 Aktive, darunter mehrere Flüchtlinge aus Syrien, Somalia, Ägypten, Afghanistan die Arbeit für das Jahr 2017. Sowohl organisatorische Verbesserungen beim Betreiben des „Cafe International“ als auch die kontinuierliche Einzelfall-Hilfe, Fortbildungen, öffentliche Veranstaltungen zu Fluchtursachen, Beteiligung an Aktivitäten gegen Fremdenfeindlichkeit bleiben wichtige Schwerpunkte.

 

Konkrete Vorhaben sind:

  • Am 9. Februar, 19 Uhr wird bei der öffentlichen Veranstaltung mit dem Titel „Unsere Wirtschaft tötet, zerstört Umwelt und schafft Flüchtlinge“ über Fluchtursachen diskutiert.
  • In einem deutsch-syrischen Videoprojekt werden das Cafe International sowie Flüchtlinge, ihre Fluchtgeschichten und Hoffnungen dokumentiert.
  • Schulklassen werden „Zeitzeugen-Gespräche“ mit Flüchtlingen angeboten, um so zum Abbau von Vorurteilen beizutragen.
  • Ein gemeinsamer Percussion-Workshop von Flüchtlingen und Jugendlichen soll auch in diesem Jahr stattfinden.
  • Die aktualisierte Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ wird im Sommer gezeigt und durch Ausstellungsführungen begleitet.
  • In Kooperation mit anderen Initiativen und Organisationen soll im Vorfeld der Bundestagswahlen eine Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten aus Rheinland-Pfalz zu „Waffenexporte als Fluchtursache“ vorbereitet werden.

 

Der „Helferkreis Asyl Worms“ freut sich über zukünftige MitstreiterInnen, die diese (unbezahlte) Arbeit unterstützen ebenso wie über finanzielle Hilfe.

Kontakt: jeden Montag und Donnerstag, 16 bis 19 Uhr, jeden Mittwoch 17 bis 19 Uhr im Cafe International, Kriemhildenstraße 6, Worms

Spendenkonto: RegVerw Rheinhessen, DE48 5206 0410 004 1001 07, Haushaltsstelle 6525 00 0300 03 6790, Stichwort „Cafe International“

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